Besuch bei Riris, Surabaya (Java), 18.5.12

Reisen in andere Länder gehören seit meiner Kindheit zu meinem Leben und das Erfahren einer anderen Kultur begeistert mich immer wieder aufs Neue.

 

Neben einem sehr bewegendem Video auf der Website von Compassion http://vimeo.com/29596399 hat auch das vermutlich dazu beigetragen die Patenschaft für Riris zu übernehmen. Riris ist 10 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Surabaya, Indonesien. Nachdem wir seit ca. 18 Monaten Briefe hin und her schreiben bot sich uns die Möglichkeit, sie während eines Urlaubs zu besuchen. Nachdem wir einige Tage auf Bali unterwegs waren, flogen wir früh am Morgen auf die Nachbarinsel Java, direkt nach Surabaya. Am Flughafen wurden wir von zwei Mitarbeitern von Compassion empfangen, die uns zur Familie bringen und uns begleiten sollten. Nach kurzem Einchecken im Hotel und einem kurzen Zwischenstopp im Supermarkt um einige Süßigkeiten und Nahrungsmittel zu kaufen fuhren wir direkt zu Riris und ihrer Familie nach Hause.

 

Riris hat uns schon erwartet und grüßte uns – offenbar typisch für Kinder, wie wir später sahen – indem sie unsere Hand nahm und sie an ihre Wange hielt. Zwar informierten wir uns vor dem Besuch über Höflichkeitsformen, auch über die Unterlagen, die uns Compassion gab, in so einem Moment merkt man aber wie wenig man weiß. Wir fühlten uns sehr geehrt und als hätten wir wirklich bereits über die Briefe eine Beziehung zu einander aufgebaut.

 

Zusammen mit Riris, ihrem fünfjährigen Bruder und ihrer Mutter nahmen wir im Wohnbereich der Familie Platz. Das Zuhause der Familie besteht, soweit wir es sehen konnten aus einem länglichen Raum, in dem von vorne nach hinten, gewohnt, geschlafen und gekocht wird.

Etwas schüchtern überreichte uns Riris zwei Bilder, die sie für uns gemalt und gerahmt hatte. Natürlich hatten auch wir ein paar Geschenke mitgebracht, die gemeinsam ausgepackt und ausprobiert wurden. Während Riris sehr schüchtern war, verhielt sich ihr Bruder Dodo aufgeschlossen und als wäre es nichts ungewöhnliches, dass wir bei ihnen sind. So kam es auch zu einem der größten Momente, als wir Dodo ein kleines Spielzeug-Auto gaben. Dieses Strahlen in den Augen, diese freudige Überraschung und das „Boah“, hört man von Kindern in Deutschland wohl höchstens an Weihnachten oder dem Geburtstag. Es ist erstaunlich, welche Freude man diesen Kindern mit so einer Kleinigkeit machen kann und verdeutlicht gleichzeitig den Unterschied zwischen Deutschland und Indonesien. Natürlich gibt es auch hier Armut, doch, so unser Eindruck, liegen arm und reich in Indonesien noch viel weiter auseinander.

 

Riris´ Mentorin Inta kam nach einer kurzen Weile dazu um für uns zu übersetzen und uns beim Essen-gehen und Ausflug zu begleiten. Nach ein paar Runden 4-gewinnt und Memory ging es zusammen zur Mall. Dieses Einkaufszentrum war genau das Gegenteil von der Wohngegend der Familie. Exakt so, hätte sie auch in Deutschland stehen können. Die Familie wollte gerne vor dem Essen noch ein bisschen durch die Mall laufen, einem Ort, so nah und fern zugleich ist. Keine 10 Minuten mit dem Auto doch finanziell unerreichbar. Jugendliche zu sehen, die dort shoppen gehen, während andere Familien täglich für das Nötigste kämpfen, das wirkte schon absurd.

Gegessen wurde, auf Riris Wunsch hin, bei McDonalds. Das erste mal in ihrem Leben. Offensichtlich überwältigt von dem Angebot entschied sie sich für Reis, Hühnchen und Pommes frites.

 

Nach einem Besuch des Submarine-Museum fuhren wir gemeinsam in das Compassion Projekt, das Riris besucht. 163 Kinder besuchen das Projekt und nehmen an Workshops wie z.B. Englisch, Malen, traditionelles Tanzen,... teil.

Wir durften uns die Zeugnisse und Unterlagen von Riris anschauen und erfuhren, dass sie eine äußerst gute Schülerin ist. Das hat uns wirklich stolz gemacht!

Wir schauten uns die Räume der Kirchengemeinde, in denen das Projekt stattfindet an und freuten uns, dass trotz der sehr einfachen und begrenzten Mittel, die zur Verfügung stehen, doch versucht wird, alles kindgerecht zu gestalten.

 

Riris erzählte uns, dass sie gerne Lehrerin werden möchte. Ein tolles Ziel, das sie Dank der Hilfe von Compassion und ihrer guten Schulleistungen, sicherlich erreichen kann. Im Gespräch mit Inta erfuhren wir, dass sie Lehrerin ist. Wie passend, dass sie die Mentorin von Riris ist. Inta erzählte uns, dass sie ehrenamtlich bei Compassion arbeitet, nachdem sie, genau wie Riris, auch dieses Projekt besucht hatte. Durch die Hilfe von Compassion hat sie es aus der Armut heraus geschafft, hat die Schule abschließen und studieren können und arbeitet heute als Lehrerin. Das ermutigt und bestätigt uns, dass das Geld und die Zeit, die wir in Riris investieren, gut angelegt ist und dass das Konzept von Compassion funktioniert. Kinder aus Armut befreien – im Namen Jesu.

 

Wir ermutigen jeden genau zu prüfen, ob es für ihn nicht vielleicht auch möglich ist, ein Patenkind zu unterstützen. Es ist eine so wertvolle Sache! Mehr Informationen, Erfolgsgeschichten und Kinder, die auf Paten warten, unter: www.compassion-de.org.

 

Juni 2012, Katharina

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Marina Gress (Samstag, 09 Juni 2012 15:40)

    Ein Bericht, der "ans Herz" geht.